Koordinierte Großrazzia in Frankfurt: Behörden ermitteln gegen Betreiber illegaler Online-Glücksspielangebote

Henrik Braun · Sep 15, 2026

Koordinierte Großrazzia in Frankfurt: Behörden ermitteln gegen Betreiber illegaler Online-Glücksspielangebote

Polizeifahrzeuge und Ermittler bei einer Razzia in städtischer Umgebung

Am 9. September 2026 führten die Staatsanwaltschaft Frankfurt, Steuerfahnder und Polizeikräfte zeitgleich Durchsuchungen an elf Objekten durch, wobei fünf Personen im Fokus standen, die seit mindestens Juli 2021 den Betrieb unlizenzierter Online-Glücksspielplattformen mit Casino-ähnlichen Spielen organisiert haben sollen, und die Ermittler legten dabei den Schwerpunkt auf die Abwicklung von Wetteinsätzen im Umfang von mehr als 5,86 Milliarden Euro zwischen Mitte 2021 und Ende 2023.

Ablauf der koordinierten Einsätze

Die Aktion begann frühmorgens mit Durchsuchungen in Wohn- und Geschäftsräumen sowie weiteren Standorten, die im Zusammenhang mit den beschuldigten Personen standen, und die Ermittler sicherten dabei Fahrzeuge, Bankkonten sowie weitere Vermögensgegenstände, während ein Vermögensarrest in Höhe von 82 Millionen Euro angeordnet wurde, und parallel dazu entstand der Verdacht auf Steuerhinterziehung in einer Größenordnung von rund 77,6 Millionen Euro, sodass die Ermittlungen sowohl straf- als auch steuerrechtliche Aspekte umfassen.

Behördenvertreter dokumentierten die Vorgänge systematisch, und die Zusammenarbeit zwischen Staatsanwaltschaft, Steuerfahndung und Polizei ermöglichte eine schnelle Bearbeitung der sichergestellten Daten, während die Beschuldigten zunächst keine Stellungnahmen abgaben und die Ermittlungen weiterlaufen.

Finanzielle Dimensionen der mutmaßlichen Aktivitäten

Die Plattformen sollen über den genannten Zeitraum hinweg Wetteinsätze im Milliardenbereich verarbeitet haben, und die Ermittler konnten anhand von Transaktionsdaten nachvollziehen, wie die Umsätze über Jahre hinweg generiert wurden, wobei die genauen Zahlen aus den sichergestellten Unterlagen stammen und nun von Fachleuten ausgewertet werden, und zugleich richtet sich der Verdacht auf Steuerhinterziehung auf Einnahmen, die nicht ordnungsgemäß deklariert worden sein sollen.

Sicherstellung von Unterlagen und elektronischen Geräten bei einer Durchsuchung

Die beschlagnahmten Vermögenswerte dienen der Sicherung möglicher Forderungen des Staates, und die Bankkonten sowie Fahrzeuge stehen unter Arrest, sodass über die weitere Verwendung erst nach Abschluss der Ermittlungen entschieden wird, während die Steuerbehörden parallel eigene Berechnungen zur Höhe der hinterzogenen Beträge vornehmen.

Stellungnahmen der Branchenverbände

Der Deutsche Sportwettenverband DSWV und der Deutsche Online Casino Verband DOCV begrüßten die Durchsuchungsaktion ausdrücklich, und beide Verbände nutzten den Anlass, um eine Neubewertung der vom GGL-Regulator veröffentlichten Schätzungen zum Schwarzmarktvolumen zu fordern, und sie verwiesen dabei auf die bevorstehende Überprüfung des Glücksspielstaatsvertrags, bei der aktuelle Daten aus Ermittlungsverfahren einfließen sollten.

Vertreter der Verbände erklärten, dass präzise Marktanalysen notwendig seien, um künftige Regulierungsmaßnahmen auf fundierte Grundlagen zu stellen, und sie hoben hervor, dass die vorliegenden Ermittlungsergebnisse Anlass geben, bestehende Schätzungen zu überprüfen, während die Behörden weiterhin mit der Auswertung der beschlagnahmten Materialien beschäftigt sind.

Regulatorischer Kontext und weitere Schritte

Die Interstate Treaty on Gambling sieht eine turnusmäßige Evaluierung vor, und die aktuellen Ermittlungsergebnisse aus Frankfurt könnten dabei als Grundlage für Anpassungen dienen, wobei die GGL als zuständige Aufsichtsbehörde die Entwicklungen beobachtet und die Verbände DSWV sowie DOCV ihre Positionen in die anstehenden Beratungen einbringen werden, und die Ermittler prüfen zugleich, ob weitere Personen oder Plattformen in den Verdacht geraten.

Die sichergestellten Daten umfassen neben finanziellen Unterlagen auch technische Informationen zu den Plattformen, und diese Materialien werden nun von Spezialisten analysiert, während die Staatsanwaltschaft Frankfurt das Verfahren federführend betreut und weitere Beschlagnahmeentscheidungen möglich bleiben, und die betroffenen Personen erhalten Gelegenheit, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen.

Schlussbetrachtung

Die Ereignisse vom 9. September 2026 zeigen, wie Ermittlungsbehörden bei Verdacht auf unlizenzierte Glücksspielaktivitäten koordiniert vorgehen, und die sichergestellten Vermögenswerte sowie die ermittelten Umsatzvolumina bilden die Grundlage für weitere Verfahrensschritte, während die Branchenverbände die Ergebnisse als Anlass für eine datenbasierte Neubewertung regulatorischer Schätzungen betrachten und die Überprüfung des Glücksspielstaatsvertrags bevorsteht.